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Citymanagement in Calw geht jetzt in die konkrete Planung


Auftaktveranstaltung Citymanagement Calw

Braucht Calw einen Citymanager? Bei einem Infoabend am 20. März stellten die Stadtverwaltung und der Gewerbeverein diese Frage. Begleitet wird der mehrmonatige Prozess durch die imakomm Akademie Stuttgart, die den Auftrag hat, als neutraler Moderator den Weg zur Antwort mit zu ebnen. Für die nächsten Monate bedeutet das, Analyse der Situation, Gesprächsrunden mit möglichen Akteuren, Erarbeiten einer Strategie und schließlich die Präsentation eines Gesamtkonzepts.

„Dieser Abend ist der Einstieg, noch nicht die Lösung“, sagte Elias Henrich von der imakomm Akademie. „Aber am Ende soll ein Konzept stehen, das tragbar, finanzierbar und umsetzbar ist.“ Zwar ist die Frage, ob ein Citymanager für die Hessestadt ein möglicher Weg ist, noch nicht geklärt, sinnvoll sei er aber auf jeden Fall. Immer mehr Städte installieren einen Citymanager, der eine Identitätsstiftung mit der Stadt anstrebt.

Ein Citymanager versucht gemeinsam mit den Gewerbetreibenden eine Marke zu entwickeln. „Das ist ehrenamtlich irgendwann nicht mehr zu stemmen“, gaben die Gewerbevereinsvorsitzenden Jürgen Ott und Nicolai Stotz zu bedenken. Noch dazu kommen in den nächsten Jahren viele neue Herausforderungen auf die Kommunen landauf landab zu, wie etwa der demografische Wandel und der zunehmende Online-Handel. Die Kaufkraft wird sich verändern, Die Barrierefreiheit für ältere Menschen wird ein zentrales Thema sein und auch die Kombination des Online-Handels mit dem stationären Geschäft muss bewerkstelligt werden. Und auch die Mehrsprachigkeit der Einwohner gehört dazu.

Nun gelte es den Calwer Weg zu finden. Dafür haben sich die Beteiligten im nächsten halben Jahr einen festen Zeitrahmen gesetzt. Im März fand und April steht die Ist-Analyse auf dem Plan. Ebenfalls im April wird es weitere Gespräche mit verschiedenen Akteuren geben und die gewonnenen Erkenntnisse werden bewertet. Anschließend werden bis Juli zwei Sitzungen der Projektgruppe, bestehend aus verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Branchen, terminiert.

Der August ist der Dokumentation und dem Gesamtkonzept gewidmet. Wenn alles läuft wie vorgesehen, steht das Konzept für die Installation und Finanzierung des Citymanagers im vierten Quartal auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Von den interessierten Besuchern des Infoabends bekam Elias Henrich von der imakomm Akademie schon mal reichlich Input mit auf den Weg. Ganz oben auf der Prioritätenliste stand ein Wir-Gefühl in Calw zu schaffen und die Akteure zu mobilisieren, zu vernetzten und zu motivieren.

Ein möglicher Citymanager sollte ein Ideenschmied für kreative Aktionen sein, er sollte den Einzelhändlern dabei helfen, dass diese als Gemeinschaft auftreten Calw zum Verweile-Ort zu machen und daran arbeiten die Leerstände zu beseitigen. Wichtig war einigen auch die gesamte Stadt ins Visier zu nehmen – inklusive der Ortsteile. Auch Oberbürgermeister Ralf Eggert brachte klare Vorstellungen mit: „“Wir müssen es schaffen, Calw als Einkaufsstandort ein eindeutiges Profil zu geben und unsere Identität zu finden.“

Einen Apell Pro-Citymanager gab es von dem anwesenden Citymanager aus Ludwigsburg, Axel Müller. Er wies darauf hin, dass es nicht immer möglich ist die Erwartungen aller zu erfüllen, man aber durch ein professionalisiertes Citymanagement große Chancen habe, bestmögliche Ergebnisse zu erreichen. „Sagen Sie ja zu einem Citymanager, mit klaren Strukturen, einer klaren Finanzierung, neuen Ideen und gebündelten Kräften.“
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